Ausstellung: Katja Smerdu, Marjeta Medved, Nataša Špiranec – Žarka in dobrote sveta
Platz: Galerie ART ODEON
Organisator: ART KUHA and KVART
Zeit: 19:00
Freier Eintritt
Žarka und die Güte der Welt ist eine performative, vielschichtige, symbolisch reichhaltige und sensorisch verzweigte Rauminstallation, die auf eigene, forschende Weise in die Welt der Sinnlichkeit und in die Ästhetik unsichtbarer Lebenskräfte eintritt. In ihren Winkeln scheint es beinahe nach Spiritualität und Esoterik zu duften, doch im selben Moment erdet sie sich an der Schwelle der Betrachtung der Organik des Lebens und der Möglichkeiten, seine Erscheinungsformen zu verwandeln und neu zu beleben.
Geprägt von Femininität, Emotionalität und Sinnlichkeit, von symbolischen Konnotationen und der Umarmung von Dichotomien, ist die räumliche Anordnung fasziniert von dem, was im Hintergrund liegt und unsichtbar bleibt, zugleich aber höchst aktiv und entscheidend ist. Die Künstlerinnen betonen, dass ihr gemeinsames Werk die Gegensätze der Welt inszeniert, die spannungsgeladenen Wandlungen, die die Lebensprozesse auf diesem Planeten entfachen und in Bewegung setzen: „Die Verwandlungen der Gegensätze vollziehen sich unaufhörlich wie ein Spiel von Erde, Wasser, Feuer, Luft und der geheimnisvollen Quintessenz jedes Seins, und jedes Mal nehmen wir sie auf unsere eigene Weise wahr. Sie stellen Fragen, geben manchmal Antworten in sich selbst, vor allem aber sind sie der Motor des Lebens.“
Die gemeinsame Motivation des Ausstellungsprojekts ist Žarka, eine entstehende charismatische mythologische Erscheinung, die Licht und Güte verkörpert. Die Künstlerinnen erkennen sie in einem zufällig gefundenen Stamm einer gefällten Eibe, weggeworfen und am Straßenrand zurückgelassen, dem die akademischen Bildhauerinnen Katja Smerdu und Marjeta Medved neues Leben einhauchen. Einst lebendige Materie, die durch harte und gefühllose menschliche Hände entwertet und ihres Lebens beraubt wurde, verwandelt sich in ein Totem von musealem oder galeristischem Wert, das das Licht der Welt und die Güte des Lebens bezeugt, indem es die Verbindung zwischen Materialität und Lebendigkeit erneuert.
Ein tieferer Gegensatz, den die Künstlerinnen thematisieren, ist die rebellische Haltung gegenüber einer Welt, die ohne jede Empathie oder Dankbarkeit die Triebe reiner metaphysischer Güte – die Möglichkeit des Lebens, um seiner selbst willen zu existieren – abschneidet. Ihre feministische Komposition vereint sich in der Darstellung von Sensibilität, Empathie und emotionaler Positionierung gegenüber den Rändern der Welt, gegenüber jenen, deren Rechte mit Füßen getreten und deren Wurzeln gekappt werden. Ihre Körper werden letztlich weder gewürdigt noch erinnert, sondern lediglich weggeworfen und vergessen. Die Welt bleibt in den Mantel des Patriarchats gehüllt, dessen Hand gefühllos, dessen Haltung manipulativ rational ist und dessen Opfer zahllos sind.
Die Installation ist eine kostbare Hommage an die Sinnlichkeit und das Leben, an eine sanfte, wohlwollende schöpferische Energie, die das Leben inspiriert und sich ihm dankbar zuwendet. Die Skulptur Žarka, von Marjetka Medved aus Holz herausgearbeitet und von Katja Smerdu in Metall gekleidet, wirkt wie ein Altar der Güte – jener metaphysischen Erscheinung, die wir oft nicht wahrnehmen, weil sie nicht exponiert oder glänzend ist und von einer Vielzahl leerer Freundlichkeiten und schlechter Imitationen dessen überdeckt wird, was wahre Güte ist. Güte ist jene Energie, die aus sich selbst heraus entsteht, unvergänglich und unzerstörbar, im Gegensatz zu den Erscheinungen der Konsumwelt, in der alles ein Verfallsdatum und Gebrauchsanweisungen hat.
Vor uns erwacht Žarka im Universum der handwerklichen Kreationen der Künstlerinnen, der Stoffe und Aquarelle sowie der Düfte, die von der Botanikerin Nataša Špiranec geschaffen wurden. Jedes ausgestellte Artefakt ist Ausdruck eines Elements des Lebens. Die Visualität der schöpferischen Handarbeit ist nur eine Ebene ihrer Erscheinung; dahinter liegt weit mehr. Dorthin gelangen wir über Symbolik – sowohl die vertraute als auch jene, die hier und jetzt entsteht –, die neue Zeichensprachen, neue Poetiken von Raum, Schöpfung und Mitgefühl formt und verbindet. In dem Material, das am Straßenrand liegt, lässt sich jene Lebendigkeit und Güte finden, die es geformt und hervorgebracht hat.
Žarka und die Güte der Welt verwebt die gegensätzlichen Dimensionen der Realität, Sichtbarkeit und Materie, mit einer unsichtbaren Atmosphäre, die von Düften und Energien mitgestaltet wird. Diese dehnen den Raum, durchbrechen die Illusion bestehender Materialität und ziehen uns in eine Welt der ökologischen, emotionalen und energetischen Installation hinein, durch die die Künstlerinnen mit sanftem und subtilem Aktivismus vermitteln, welche Art von Welt sie mitgestalten möchten.




