Flüstern aus Izola mit Marina und Emilia Mårtensson

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Was passiert, wenn schwedische Wurzeln auf ein istrisches Familienerbe treffen? Es entstehen zwei außergewöhnliche Künstlerinnen, zwei ganz unterschiedliche musikalische Wege und eine gemeinsame Verbindung zu Izola.

Die eine ist eine preisgekrönte Jazzsängerin. Die andere ist mit Laibach um die Welt getourt. Aus denselben musikalischen Anfängen haben Emilia und Marina zwei eigenständige internationale Karrieren aufgebaut. Izola bleibt der Ort, an dem sich ihre Wege weiterhin kreuzen – durch Familiengeschichte, Musik und ein gemeinsames Gefühl der Zugehörigkeit.

Marina bezeichnet Emilia als großzügige Mentorin. Emilia nennt Marina ihre Rockstar-Schwester. In der neuen Folge von Flüstern aus Izola sprechen sie über Musik, Familie und die Wege, die sie zurück nach Izola geführt haben – und versuchen zu klären, wer die größere Träumerin ist, wer sturer ist und wer am meisten über den Klatsch in Izola weiß.

Jazz, Geschichten und Raum für andere Stimmen

Emilia Mårtensson ist eine preisgekrönte Vokalistin, Komponistin und Mentorin, deren Musik Jazz, skandinavische Folkmusik, Art-Pop und Improvisation verbindet. Sie ist auf internationalen Bühnen aufgetreten und war Mitglied des mit einem MOBO Award ausgezeichneten Kairos 4tet. 2016 erhielt sie den Parliamentary Jazz Award als Sängerin des Jahres.

Familiengeschichten spielen in ihrem Schaffen eine wichtige Rolle. Ihre Alben Ana und Loredana wurden von zwei Frauen inspiriert, die ihr Leben geprägt haben: ihrer slowenischen Großmutter und ihrer Mutter.

Emilias Verbindung zu Izola brachte auch Beyond Vocals hervor, das internationale Jazz-Retreat, das sie seit zwölf Jahren in Izola veranstaltet. Sängerinnen, Sänger und Musikschaffende aus aller Welt verbringen eine Woche damit, ihre künstlerische Identität zu entwickeln, der eigenen Stimme zu vertrauen und vor lokalem Publikum aufzutreten.

Die Idee entstand aus Emilias eigener Erfahrung, mit 23 Jahren nach Izola zurückzukehren. Hier fand sie den Raum, um zu schreiben, zu singen, zu schwimmen und wieder zu sich selbst zu finden.

„Ich glaube, Izola ist die magische Zutat.“

Von intimen Songs auf die größten Bühnen der Welt

Marina Mårtensson ist Sängerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin und lebt und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in Slowenien. Bereits vor ihrem Umzug hierher hatte sie zwei Alben veröffentlicht, darunter Fences, das 2009 in Japan erschien. Ihre musikalische Welt reicht heute von intimen Singer-Songwriter-Auftritten bis zu großen internationalen Produktionen.

Seit 2018 arbeitet Marina als Sängerin, Performerin und Songwriterin mit Laibach zusammen und tourt mit der Gruppe um die Welt. Ursprünglich schrieb sie an dem Song mit, aus dem später The Engine of Survival wurde und der für sie eine neue Bedeutung erhielt, nachdem sie Mutter geworden war.

Im Juli 2026 gewannen Marina und der Musiker aus Izola Drago Mislej – Mef mit Drugačna je le noč den Hauptpreis beim 45. Festival Melodije morja in sonca. Ihre Zusammenarbeit begann genau so, wie viele Geschichten aus Izola beginnen: bei einem Getränk in jener Ecke, die die Schwestern liebevoll „Mefs Ecke“ nennen.

„Man sagt Ja zu etwas, an das man glaubt, und dann erweist es sich als sehr erfolgreich.“

Izola: geerbte Wurzeln, gewählte Heimat

Für Emilia und Marina ist Izola weit mehr als nur eine Kulisse für ihre Musik. Ihre Mutter verbrachte die ersten Lebensjahre in der Nähe des Manzioli-Platzes, während ihre Großeltern auch nach dem Umzug nach Schweden slowenische Traditionen, Speisen und ein Gefühl der Zugehörigkeit in der Familie lebendig hielten.

Emilia kehrte im Alter von 23 Jahren nach Izola zurück und fand dort einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen, schreiben und wieder Zugang zu ihrer Kreativität finden konnte. Diese Erfahrung inspirierte später Beyond Vocals. Marina besuchte Izola erstmals als Jugendliche und kehrte 2013 zurück – zunächst mit dem Plan, nur für kurze Zeit zu bleiben. Einer der wichtigsten Gründe war, Slowenisch zu lernen und eine tiefere Verbindung zu ihren Großeltern aufzubauen.

Ihre Beziehung zur Stadt wurde auch von den Menschen geprägt, denen sie hier begegneten. Mef wurde ein enger Freund und organisierte ihr erstes Konzert in Izola, während der Manzioli-Platz nach und nach sowohl zu ihrer Bühne als auch zu dem wurde, was sie liebevoll ihr „Wohnzimmer“ nennen.

„Das Leben hat mich hier auf eine wirklich schöne Weise ergriffen.“

Foto: Neja Filipčič

Obwohl Emilia heute in Berlin und Marina in Ljubljana lebt, bleibt Izola eng mit ihrer Vorstellung von Heimat verbunden. Wie sie in der Folge feststellen, muss Heimat nicht unbedingt ein einziger Ort sein. Sie ist dort, wo die Menschen sind, die man liebt.

Und wie klingt Izola für zwei Musikerinnen? Das erfahren Sie in der neuen Folge.

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